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Poesie-Ecke von Burgdorfernet

Lilie - Lilium
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Juni
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Der Pilgrim
Noch in meines Lebens Lenze
War ich und ich wandert' aus,
Und der Jugend frohe Tänze
Liess ich in des Vaters Haus.
All mein Erbteil, meine Habe
Warf ich fröhlich glaubend hin,
Und am leichten Pilgerstabe
Zog ich fort mit Kindersinn.
Denn mich trieb ein mächtig Hoffen
Und ein dunkles Glaubenswort,
Wandle riefs, der Weg ist offen,
Immer nach dem Aufgang fort.
Bis zu einer goldnen Pforten
Du gelangst, da gehst du ein,
Denn das Irdische wird dorten
Himmlisch unvergänglich sein.
Abend wards und wurde Morgen,
Nimmer, nimmer stand ich still,
Aber immer bliebs verborgen,
Was ich suche, was ich will.
Berge lagen mir im Wege,
Ströme hemmten meinen Fuss,
Über Schlünde baut ich Stege,
Brücken durch den wilden Fluss.
Und zu eines Stroms Gestaden
Kam ich, der nach Morgen floss,
Froh vertrauend seinem Faden
Werf ich mich in seinen Schoss.
Hin zu einem grossen Meere
Trieb mich seiner Wellen Spiel,
Vor mir liegts in weiter Leere,
Näher bin ich nicht dem Ziel.
Ach kein Steg will dahin führen,
Ach der Himmel über mir
Will die Erde nie berühren,
Und das dort ist niemals hier.
Friedrich Schiller
1759–1805
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Friedrich
von Schiller
geboren 1759 in Marbach am Neckar, gestorben 1805 in
Weimar. |
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© 1998 Ruth Flückiger, Schreib- und Korrekturservice, Burgdorf
Letzte Bearbeitung 01.08.06
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